Dirndlkartierung

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Die kartografische Erfassung der Pflanzenart Dirndl hat wegen ihrer geringen Bedeutung im internationalen Obsthandel keine Tradition. Selbst die Obstbestandserhebungen der Monarchiezeit in Österreich behandeln die Dirndl stiefmütterlich. Es fehlen daher historische Daten zur Gänze. Die einzige Region im Gesamtareal der Art, die sich bisher mit einer gründlichen Bestandeserhebung beschäftigt hat, ist die Region Pielachtal. Im Rahmen des Projektes Dirndltaler Wissensbasis kartierten die Dirndltaler Naturführer von 2009-2012 die Dirndlbestände im Pielachtal.

Inhaltsverzeichnis

Dirndlkartierung Pielachtal

Dirndlkartierung

Bisherige Datenlage

Das Vorkommen von Wildpflanzenarten wird in Mitteleuropa durch das Projekt "Kartierung der Flora Mitteleuropas" dokumentiert [1]. Die Auflösung dieser Erhebung, die auf Vorkommensräume und nicht auf Individuenzahl abgestellt ist, beträgt 6,25 x 5,55 km. Alle unter diese Rastergröße fallenden Vorkommensdaten werden zu einer Signatur zusammengefasst. Für das Pielachtal bedeutet das, dass das Gesamtgebiet lediglich durch sechs Kartierungsquadranten dargestellt wird. In einer Gesamt-Darstellung ist daraus lediglich zu entnehmen, dass der Talraum zur Gänze im Verbreitungsgebiet der Pflanzenart liegt.

Aktuelle Dirndlkartierung

Für eine genauere Abgrenzung des Vorkommensraumes und der darin vorhandenen Individuendichte wurde im Jahr 2009 im Rahmen des Projektes Dirndltaler Wissensbasis mit einer Einzelstamm-Kartierung begonnen, die bis zum Mai 2012 fortgesetzt wurde. Dabei wurde von eingeschulten Kartierern (Dirndltaler Naturführer) die Dirndl-Einzelexemplare aufgesucht. die geografischen Koordinaten mittels GPS ermittelt und einige Bestandesparameter erhoben, um Dimension, Ertragspotential, Lebenserwartung und innerregionales Verbreitungsmuster abschätzen zu können.

Blühendes Dirndlzeiler

Die Kartierungen wurden zur Gänze während der Blütezeit durchgeführt, da sich zu diesem Zeitpunkt aufgrund der frühen Blüte die zu kartierenden Pflanzenindividuen prominent von der sonst unbelaubten Umgebungsvegetation abheben. Durch diese Distanz-Sichtung wurde eine Vorkartierung hinfällig. Die Gelände-Daten bestehen aus einem Datenblatt und einer Geocodierung jedes Bestandes und werden in einer Online-Datenbank verwaltet. Die Genauigkeit der geografischen Koordinaten liegt, bedingt durch die Erfassungsart, bei etwa +/- 10 m. Kartendarstellungen werden allerdings nur großmaßstäblich veröffentlicht, um Besitzrechte zu wahren.

Gegenüber einer einige Jahre älteren Dirndlzählung, bei der auf
Dirndlverteilung im Pielachtal
Betriebsbasis bekannte Sammelsträucher und prominente freigestellte Individuen aufsummiert wurden, ergab die bisherige Auswertung der aktuellen Kartierung einen regionsweise doppelt so hohen Wert. Der Grund liegt in den zahlreichen Dirndl-Sträuchern, die in oder an Flächen liegen, die der Nutzungsaufgabe zum Opfer gefallen sind, in Saumgesellschaften eingewachsen sind oder aufgrund ihrer geringen Kronengröße nicht erfasst wurden. Insgesamt scheint das Potential an freistellbaren, in die neuerliche Nutzung überführbaren Beständen in vielen Teilregionen des Pielachtales sehr hoch zu sein. Bei dem langsamen Wachstum der Pflanzenart liegt im Reaktivieren und Ertüchtigen bestehender Dirndl-Individuen die deutlich größere Chance die regionalen Produktionsmengen zu erhöhen als bei Neuauspflanzungen. Bei Bestandesneugründungen ist außerdem die Gefahr des Einbringens nicht regionstypischer Sippen und damit einer Verfälschung des autochtonen Dirndlbestandes viel größer.

Neben den Verbreitungsdaten im Raum lassen sich aus den Erhebungsdaten noch zahlreiche standörtliche Erkenntnisse ablesen. Dazu gehört die Konzentration der Fundstellen auf die sogenannte "Warme Hanglage", bei der die winterliche Kaltluft noch abfließen kann und daher Frosttage deutlich milder ausfallen als in den Tallagen.

Verwandte Links


Quellen

  1. NIKLFELD, H (1971): Bericht über die Kartierung der Flora Mitteleuropas. Taxon 20: 545-571
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