Dirndl-Inhaltsstoffe

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Dirndlinhaltsstoffe

reife Dirndln am Strauch

Bisher sind nur wenige pharmakologisch und biochemische Details der Dirndln (Cornus mas) bekannt, obwohl dieses Wildobst seit der Antike bekannt ist und man seit Langem gesicherte Daten über Heilwirkungen:
Cornus mas ist in der Heilkunde unter dem Drogennamen „Fructus corni“ bekannt. Interessanterweise wurde vor allem immer die Frucht verwendet, obwohl auch in Blättern, Blüten und der Rinde Wirkstoffe enthalten sind. Namen wie „Ruhrkirsche“ und „Ruhrbeerenstrauch“ deuten auf Nutzung der Pflanze vor allem als Mittel gegen die früher so gefürchtete „Rote Ruhr“ hin, die durch Bakterien hervorgerufen wird.

Das heißt, bereits unsere Vorfahren erkannten, dass diese Pflanze antibakterielle Wirkstoffe enthält, die aber bis heute noch nicht voll analysiert worden sind.

Aber auch andere Wirkungen wurden beobachtet, wie z.B. adstringierende Eigenschaften und stopfende Wirkung bei Durchfällen.

Auch gegen Übelkeit wurden Fruchtsaucen gerne verwendet. Beerenauszüge – auch in Wein – helfen bei Magenbeschwerden und Nierensteinen und Bäder aus Rinde, Holz und Blättern sind gut gegen Gicht.

Geröstete Kerne enthalten teilweise wasserlösliche, nach Vanille schmeckende und duftende Substanzen. Das sind Ligninbausteine, die aus derivatisierten Aromaten bestehen. Einige von ihnen wirken entzündungs- und tumorhemmend im Darm. Pulverisierte geröstete Kerne ergeben einen optimalen Kaffeezusatz.

Der Vanilletouch des berühmten Alt-Wiener Kaffees kommt davon.

Weitere Dirndl-Wirkstoffe

Es wurden aber auch andere Wirkstoffe in der Dirndl gefunden:

In den Dirndl-Blättern:

  • Campherol, Ellagsäure, Gallussäure, Procyanidin, Quercetin, Rutin

In den Dirndl-Blüten:

  • Ellagsäure, Gallussäure, Rutin, Stearinsäure, Tannin, Ursolsäure

In den Dirndl-Früchten:
Elainsäure, Fruchtsäuren (vor allem Äpfelsäure), Zucker (vor allem Glucose und Fructose),Vitamine (vor allem Vitamin C), Schleimstoffe, Gerbstoffe, Fruchtester, Antioxidantien: (z.B. die Anthocyane, das sind Farbstoffe, die zur Vitamin P Gruppe zählen). Diese wirken als Schutzfaktoren bei Entzündungen und Verletzungen der Schleimhäute und Blutgefäße, besonders bei Gastritis und Krampfadern. Die Dirndlfrüchte enthalten nur wenig Pektin.

In den Dirndl-Kernen:
Spaltprodukte von Lignin (Entzündungshemmer im Darmtrakt), Linolsäure, Linolensäure

Zusätzliche Wirkungen

der oben angeführten Substanzen:

Außer den diversen Heilwirkungen gibt es aber noch zusätzliche Verwendungsmöglichkeiten für Cornus mas: Vollreife Früchte:

  • vitaminreiche Rohkost
  • als Tiefkühlprodukte verarbeitbar (Früchte, Mus, …)
  • Trockenprodukte
  • Säfte, Süßmost
  • Liköre, Wein
  • Dirndlschnaps
  • in Alkohol eingelegte Früchte
  • in Essig eingelegte Früchte
  • Dirndl-„Oliven“
  • Sirup, Gelee, Konfitüre (hier sind Pektinzusätze nötig)
  • Mischfruchtmarmeladen mit säurearmen Früchten wie Apfel, Birne, Zwetschke, Holler, Melone, Kürbis, …

Aus gerösteten pulverisierten Kernen:
Kaffeezusatz (verbessert den Geschmack, reduziert die Wirkung der Kaffeereizstoffe (z.B. Chlorogensäure)

Text: Prof. Dr Fritz Pittner

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