Blüte (Dirndl)

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Die Blüten des Dirndlstrauches erscheinen in kleinen, kugeligen Trugdolden und sitzen auf 5 - 8 mm langen und behaarten Stielchen.

Scheindolde
Jede Trugdolde hat an der Basis zwei äußere und zwei innere Tragblätter, die im Winter als kräftige Knospenschuppen die Blütenanlage schützen. Mit ihrer leuchtend gelben Innenseite verstärken sie die Schauwirkung der zarten Einzelblüten. Auf der Außenseite sind diese Hüllblätter dagegen graugelb und angedrückt behaart.


Die Dirndlblüte sondert reichlich Nektar ab und ist dadurch eine wichtige Nahrungspflanze für Bestäuberinsekten. Zum Zeitpunkt der frühen Blüte ist die Lufttemperatur im Allgemeinen noch sehr gering, weshalb das Bestäuberspektrum noch sehr klein ist. Wildbienen, Hummeln, Käfer und Fliegen spielen als Bestäuber für die Dirndl eine wichtigere Rolle als beispielsweise die Honigbiene. Umgekehrt ist die Blüte von Cornus mas an warmen Frühlingstagen (über 10 Grad Lufttemperatur) eine wichtige Trachtpflanze für die Honigbiene.

Die offene Bauweise der Dirndlblüte ermöglicht den freien Zugang zum Nektar und damit auch eine einfache Bestäubung. Warum trotzdem aus einer 10 bis 15-strahligen Scheindolde nur eine oder zwei Blüten zur Fruchtentwicklung kommen liegt vermutlich an der zeitlichen Nichtübereinstimmung der Vollentwicklung von männlicher und weiblicher Blüte. Diese als Dichogamie bezeichnete Eigenschaft ist nicht ein Webfehler der Natur, sondern behindert die Selbstbestäubung. Eine Besonderheit der Dirndlblüte ist, dass sie bereits im Ballonstadium befruchtet werden kann.

Ballonstadium

Inhaltsverzeichnis

Blütenökologie

Über die Befruchtungsverhältnisse der Dirndl liegen unterschiedliche Ergebnisse vor. Besonders in Monokulturen veredelter Sorten sind die Resultate häufig unbefriedigend. Die Blüte sondert bereits kurz nach dem Aufblühen reichlich Nektar ab und ist wegen des lockeren Blütenbaus für Insekten frei zugänglich. Der geringe Befruchtungserfolg liegt möglicherweise bei der schlechten zeitlichen Überlappung der Befruchtungseignung von männlicher und weiblicher Blüte (Dichogamie), sowie dem Vorkommen männlicher Sterilität.<bibcite_reference_link> Über den Einfluss der Insektenbestäubung auf die Art liegt ein Forschungsbericht des Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, Wien vor.

In der Antike betrachtete man den Nektar der Dirndl als toxisch. Vermutlich geht diese Einschätzung auf den römischen Agrarschriftsteller Plinius d. Älteren zurück.


Zitate

Dirndlblüten am Ende der Blütezeit

Oeconomische Encyclopädie (1773 - 1858)

Man gibt vor, daß, so lange dieser Baum blühet, keine Bienen ausgesetzt werden sollen, indem der daraus gesammelte Honig den Durchfall verursache. Hr. Gleditsch aber behauptet, daß dieses daher geschehe, weil die Bienen aus diesen Blüthen zu viel Honig einsammelten und gleiche Krankheit von dem allzu starken Honig=Genusse einer jeden andern Pflanze erfolgen könne.[1]

Histria naturalis (77 n. Chr.)

Auch die Kornelkirsche muß man aus der Nähe der Bienen bringen, denn wenn sie deren Blumen aussaugen, so bekommen sie den Durchfall und sterben. Man heilt sie wieder, wenn man ihnen gestossene Ariesbeeren mit Honig, oder Urin vom Menschen oder Ochsen, oder Granatapfelkörner mit amineischem Wein benetzt vorsetzt.[2]

Quellen:

  1. Krünitz, J. G. 1773 - 1858: Oeconomischen Encyclopädie oder Allgemeines System der Staats= Stadt= Haus= u. Landwirthschaft, in alphabetischer Ordnung.
  2. Möller, L. Vogel, M. 2007: Die Naturgeschichte des Caius Plinius Secundus. Matrix Verlag.


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